TV Toplist (Stars,Sitcoms,Movies alles hier)

ShirtCity Werbung

Close Up Werbung

LOST News LOST News melden LOST News Archiv LOST Community

PROSIEBEN-INTERVIEW MIT JEFFREY J. ABRAMS & DAMON LINDELOF

ProSieben:

Hallo J.J. und Damon. Danke, dass Sie sich heute morgen Zeit genommen haben. Wir haben rund 70 Journalisten hier, die gerade den LOST-Trailer gesehen haben und ich werde Ihnen ein paar kurze Fragen stellen!

Jeffrey J. Abrams:

Fantastisch.

ProSieben:

J.J., Ihre Serie spielt auf Hawaii, und zwar auf der Insel, auf der "JURASSIC PARK" gedreht wurde. Warum haben Sie diese Insel ausgewählt und was passiert am Set, wenn es beispielsweise regnet oder sich sogar jemand im Dschungel verirrt? Schließlich geschieht dort allerhand Rätselhaftes...

Jeffrey J. Abrams:

Wir haben manche Leute dabei, von denen würden wir uns manchmal wünschen, dass sie sich verirren. Aber das kommt nicht vor. Es ist eine schöne Insel und sie passt zu den Anforderungen der Serie. Jede Folge hat Rückblenden, das heißt obwohl die Geschichte auf der Insel spielt, haben wir auch Szenen, die auf der ganzen Welt spielen. Wir mussten Drehorte in der Gegend suchen, die als New York, Sydney, Irak oder sonst wo dienen konnten...

Damon Lindelof :

Berlin...

Jeffrey J. Abrams:

...wo auch immer die Handlung spielt. Ja, Berlin, natürlich. Oahu bot diese unglaublichen Möglichkeiten, all dies zu tun. Es gibt dort Städte, ländliche Gegenden, unglaubliche Dschungelgebiete, Strände... Also, das Beste aus allen Welten an einem einzigen Drehort.

ProSieben:

Damon, die Journalisten haben den LOST-Trailer gesehen. Können Sie uns sagen, was wir zu erwarten haben von den einzelnen Folgen? Wie entwickelt sich die Serie für den Zuschauer?

Damon Lindelof :

Ich denke, die erste Folge zeigt, was passiert, wenn ein Flugzeug auf dem Weg von Sydney nach Los Angeles im Südpazifik abstürzt. Wer überlebt, was passiert mit den Menschen auf der Insel. Dann erforscht die Serie die Insel: Was gibt es dort, wer ist mit ihnen da, wer war vorher da. Und dann geht es um die Geschichten der Überlebenden des Absturzes, ihre mysteriösen Lebensgeschichten und wie das alles ineinander spielt. Die Hälfte jeder Folge dreht sich um ihr Leben vor dem Absturz und die andere Hälfte betrifft das, was nach dem Absturz passiert. Hier geht es ums Überleben, wie findet man Wasser, Unterkunft, die Jagd auf wilde Tiere und so weiter. Und dann geht es um die Rätsel auf der Insel, die seltsamen Dinge, die sich dort abspielen. Das muss nicht unbedingt Übernatürliches sein. Alles kann und wird dort passieren. Jede Folge erforscht das Rätsel um die Personen und dann das Rätsel der Insel.

ProSieben:

J.J., als Erfinder von "ALIAS" sind Sie bekannt dafür, dass Ihre Produktionen sehr hochwertig sind. Mit LOST haben Sie wiederum einen hohen Standard bei der Produktion erreicht. Können Sie uns etwas über das Entstehen der Sendung erzählen? Man sieht ein Flugzeug im Pilotfilm und wir haben gehört, dass Sie ein echtes Flugzeug auf die Insel geschafft haben...

Jeffrey J. Abrams:

Für den Pilotfilm von LOST, den wir sehr schnell zusammengestellt haben, mussten wir einen Jumbojet finden und dorthin bringen. Während wir also nach einem Drehort suchten und Oahu fanden, stießen wir auch auf einen Flugzeugfriedhof. Dort haben wir ein Flugzeug, einen L1011, gekauft. Es wurde in Stücke zerlegt und auf einem Frachtkahn von Kalifornien nach Hawaii verschifft, zum Drehort transportiert und dann wieder zusammengebaut. Eine unglaubliche Leistung, insbesondere für eine Fernsehserie. Das tolle an Oahu ist, dass die Insel einen so unglaublichen Hintergrund bietet. Es wirkt gar nicht wie Fernsehen. "FELICITY" war die erste Serie, die ich gemacht habe. Dabei ging es um College-Studenten in ihren kleinen Studentenbuden auf dem Campus. ALIAS war schon größer, aber bei LOST drehten wir plötzlich vor diesem unglaublichen Panorama. Ich sah das und dachte, wow, und ich zog die Kamera um 100 Yards zurück und nahm eine andere Linse... Das Ausmaß und die Wirkung der Show sollten sich so weit wie möglich nach Kino anfühlen. Wir wollten versuchen, dieses Gefühl möglichst lange beizubehalten und bei den Folgen haben wir diesbezüglich sogar den Pilotfilm noch übertroffen. Oft wurde uns gesagt, dass wir das unmöglich schaffen könnten, dass wir dieses Niveau nicht halten könnten. Aber bisher hatten wir Glück und haben es geschafft.

ProSieben:

Die Besetzung ist einfach umwerfend. Können Sie uns etwas über den Castingprozess erzählen? Wir haben gehört, dass die Figur Charlie von jemand anderem gespielt werden sollte. Aber Sie wollten Dominic Monaghan, der für uns besonders interessant ist, denn er wurde in Deutschland geboren...

Jeffrey J. Abrams:

Stimmt. Darum haben wir ihn genommen. Weil er aus Deutschland kommt.

Damon Lindelof :

Als wir angefangen haben, hatten wir noch kein Drehbuch. Es ging alles sehr schnell. Wir hatten den Held, die Heldin, den mysteriösen Typ... Wir mussten gewisse Leute haben, um die Insel zu bevölkern, aber alles lief parallel. Charlie war zunächst ein Rockstar Anfang 40 mit Drogenproblem, ein "Star von gestern", dessen Bank ihren Zenit lange überschritten hatte. Dominic Monaghan sprach für diese Rolle vor. Bei jeder Rolle wollten wir uns nicht auf Alter, Rasse, Geschlecht und so weiter festlegen, damit unsere Besetzung so divers wie möglich würde. Wir wollten einen internationalen Querschnitt haben, mit vielen Menschen in verschiedenen Formen, Farben, Größen, mit verschiedenen Sprachen. Dominic kam und war so großartig, so dass wir sagten, wir schreiben die Rolle um. Charlie wurde also eine Eintagsfliege, der einen Hit hatte und nie Kapital daraus schlagen konnte. Dann sind da noch andere Schauspieler wie Yunjin Kim, die Sun spielt. Sie sprach ursprünglich für die Rolle der Kate vor. Aber sie war so fantastisch und sprach fließend koreanisch, so dass wir sagten, wir ein koreanisches Paar im Flugzeug wollten. Das Casting hat also das Schreiben inspiriert und umgekehrt.

Jeffrey J. Abrams:

Und dann gab es da die Figur Jack, gespielt von Mathew Fox, die im Pilotfilm sterben sollte. Doch dann haben wir beschlossen, dass er leben sollte, denn sonst hätten wir die Zuschauer betrogen, die sich mit dieser Figur sehr vertraut fühlen konnten. Ihn umzubringen, wäre ein Fehler gewesen.

ProSieben:

J.J., Sie sind der Erfinder dreier sehr erfolgreicher Serien. Welche Pläne haben Sie beide für die Zukunft? Wir haben gehört, dass Tom Cruise von ALIAS so beeindruckt war, dass er Sie als Regisseur für "MISSION: IMPOSSIBLE III" wollte...

Jeffrey J. Abrams:

Ja, ich weiß auch nicht, wie das gekommen ist. Wir drehten den Pilotfilm in Hawaii und ich bekam einen Anruf von Herrn Cruise, der "ALIAS" gesehen hatte und mich treffen wollte. Nachdem ich sichergestellt hatte, dass es nicht einer meiner Freunde war, die sich für Tom ausgaben (ich habe einige Freunde, die das machen würden) lernten wir uns kennen und er bat mich "MISSION: IMPOSSIBLE" zu drehen. Für mich war das auch seltsam. Jetzt arbeiten wir an "ALIAS" und LOST, denn "ALIAS" läuft sehr stark im Moment und LOST ist wieder etwas Eigenes. Gleichzeitig arbeite ich am Drehbuch von "MISSION: IMPOSSIBLE". Jedes für sich ist ein Fulltimejob. Und Damon arbeitet an LOST, Gott sei dank.

ProSieben:

Klingt, als wären Sie sehr beschäftigt?

Jeffrey J. Abrams & Damon Lindelof:

Genau.

ProSieben:

Ich möchte den Journalisten die Chance geben, Fragen zu stellen, wenn das in Ordnung ist...

Jeffrey J. Abrams & Damon Lindelof:

Ja natürlich.

ProSieben:

Ich frage mich, ob sie nachts schwitzend und geschockt aufwachen, weil sie keine Ideen mehr für LOST haben, weil Sie keine Chance mehr sehen, neue Figuren auf die Insel zu bringen und sie einfach ausflippen...

Jeffrey J. Abrams:

Haben Sie mich beobachtet? Im Ernst, das war letzte Nacht.

Damon Lindelof:

Ich schwitze jetzt gerade.

Jeffrey J. Abrams:

Wir wachen oft nachts schwitzend auf. Wenn auch selten zusammen...

Damon Lindelof:

Das ist die Millionenfrage für LOST. Das ist eben die Sache mit LOST, dass es immer Herausforderungen gibt, um immer neue Figuren auf die Insel zu bringen, ohne dass es künstlich, an den Haaren herbeigezogen oder kitschig wirkt. Ich glaube, die meisten guten Sendungen sind die, die eigentlich nicht funktionieren können und dennoch funktionieren und deshalb so sehenswert sind. J.J. wird mir da zustimmen. Ich erinnere mich an "24". Als es losging sagten alle: Wie soll das gehen, dieses Sendung läuft in Realzeit, es sind 24 Stunden, eine Folge nach der anderen. Und selbst wenn sie es mit einer Staffel schaffen, wie wollen sie es bei der zweiten, dritten, vierten, fünften schaffen. Und bei LOST haben wir einen generellen Spielplan aber wir gehen Schritt für Schritt vor und diese Angst, wie bekommen wir neue Figuren auf die Insel, wie können wir die Handlung fortführen und so weiter, ist eben die Herausforderung dabei. Und wenn wir nach 50 oder 100 Folgen keine Ideen mehr haben, dann ist das eben so, aber gleichzeitig erfinden wir neue Folgen und versuchen, über den Tellerrand zu schauen und ich glaube, das macht die Serie für die Zuschauer so sehenswert. Sie wollen wissen, was als nächstes passiert. Das ist erschreckend und schweißtreibend für uns, aber andererseits toll, wenn wir das schaffen.

Valid HTML 5 Valid CSS 3 Valid RSS
Feldt-Online | Esnuworld | King of Queens | LOST | PrisonBreak | Heroes | The Mentalist | FlashForward
Two and a half Men | V - Die Besucher | SeFoMania | Serien-Forum